Tagebuch über Melinas Delfintherapie 2005

Im April 2005 fliegt Melina zu ihrer ersten Delfintherapie nach Florida. Ab dem 18.04. werden wir täglich über ihre Erfahrungen berichten.



Sonntag den 17. April 2005

Nun machen wir uns von Miami auf den Weg nach Key Largo. Nach circa einer Stunde sind wir in Key Largo angekommen. Tanja Berns von dem Verein children-with-special-needs e.V, hat uns ein Appartement in einem Yacht Club besorgt. Als wir vom Verwalter den Schlüssel erhalten und unser neues Reich in Augenschein nehmen sind wir von den Socken. Da war unser zweiter "Lucky Moment" und das in nur 3 Tagen! So eine riesen Wohnung mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern, einem traumhaften Ausblick und wunderschön eingerichtet, halt im Florida Style. So toll hatten wir es nicht erwartet.



Montag den 18. April 2005

Der große Tag ist gekommen. Nach einer etwas unruhigen Nacht klingelt um 6 Uhr der Wecker, denn wir müssen schon um acht Uhr zur Begrüßung erscheinen und alle Kinder die um neun Uhr Therapie haben müssen gleich mitkommen. Also, wir. Melina geht es gesundheitlich okay. Die Bronchitis ist natürlich immer noch da. Wir fahren also zur Dolphin Cove. Der Eingang und alles drum herum ist wirklich ganz einfach und klein. Was hatte ich mir für ein riesen Gebäude und Gelände vorgestellt. Zum Glück hat mich Tanja vorgewarnt. Es sind fünf kleine Holzhäuschen ein bisschen Wiese ein großer Parkplatz und die kleine Bucht in der die Delfine schwimmen. Zuerst erhalten wir die Einführung von Elke einer Deutschen. Es werden die Therapeuten vorgestellt und das Programm der zwei Wochen. Um neun Uhr geht es los. Melina wird von Jodi einer typischen Amerikanerin mit strahlendem Lächeln und einer liebenswürdigen Art therapiert. Das Erste was sie dauernd sagt ist: "Oh she's so cute, so cute!" Das heißt: "Oh sie ist so niedlich!" Dann wird der Neoprenanzug angezogen und los geht's. Erst wird ein Kreis gebildet, wo die Kinder mit den Therapeuten singen. Melina schmiss sich direkt in die Arme von der Assistentin Katherina und Mama war abgemeldet. Da dachte ich nur: "Das gibt es doch nicht." Pro Kind gibt es den Therapeuten, den Assistenten und den Delfintrainer am Dock. Nach dem Singkreis ging es los. Die Kinder gehen mit den Betreuern zum Dock und schon kommt der Delfin angeschwommen. Melinas Delfin heißt Kimbit.

Das ist schon ein sehr rührender Anblick sein Kind mit einem Delfin im Wasser zu sehen! Da kommen einem die Tränen. Nach 30 Minuten intesivem Arbeiten hatte Melina die Nase voll. Sie fing an zu weinen und wollte nur noch zur Mama. Aber die 40 Minuten werden immer durchgezogen. Danach wird über den Therapieverlauf gesprochen. Zufrieden gingen wir nach Hause.

Nachmittags ist immer ein Workshop. Also fuhren wir wieder zu Dolphin Cove. Heute war runder Tisch mit Dr. Dave. Er erzählte die Hintergründe und so weiter. Danach darf man Fragen stellen. Doch die meisten Eltern nutzen die Gunst der Stunde viel zu wenig. Wir natürlich auch. Spontan fällt einem mal wieder nichts ein. Vielleicht nächste Woche. Soviel zum ersten Tag. Morgen mehr.



Dienstag den 19. April 2005

In freudiger Erwartung fuhren wir am nächsten Morgen bei strahlend blauem Himmel zur Therapie. Bis nach dem Singkreis war die Welt noch in Ordnung. Sobald es ans Wasser ging fing Melina fürchterlich an zu weinen. Bis auf kurze Unterbrechungen hat sie auch nicht mehr aufgehört. Ich musste mich ein Stück abseits setzen, damit ich nicht in die Versuchung gerate sie zu "retten". Elke, die deutsche Übersetzerin, hat sich zu uns gesellt und uns ein wenig abgelenkt. Alle sind so nett hier und beruhigen einen, dass das völlig normal ist und nach ein paar Tagen vergeht. Die kennen unsere Tochter schlecht! Ich weiß nicht wie oft sie in den vierzig Minuten "Mama Arm" gesagt hat. Bei 50 habe ich aufgehört zu zählen. Selbst im Wasser und mit dem Delfin in nächster Nähe wurde es nicht besser. Nach dem Duschen war die Welt wieder in Ordnung als Melina bei Mama auf dem Arm war.

Ein bisschen enttäuscht fuhren wir wieder zur Bibliothek. Am Nachmittag war wieder ein Workshop über Musik und Kunst in Zusammenhang mit Therapie. Das geht immer eine Stunde. Die Therapeuten machen das sehr nett. Manchmal sind die Workshops mit Kindern manchmal ohne.



Mittwoch den 20. April 2005

Wie war das noch bei den Skifahrern? Der dritte Tag ist immer der Schlimmste?! Das scheint hier auch so zu sein. Melina wollte gar nicht mehr morgens zu den Delfinen hinfahren. Das Drama begann schon beim Singkreis. Sie hat nur geweint. Sie liebt Singkreise! Das ganze steigerte sich dann bis zum Dock. Sie schrie (kein Kind schreit bei der Therapie!!) und machte sich völlig steif. Arbeiten mit Ihr war nur zeitweise möglich. Da sitzt man nun und denkt sich: "Was haben wir bloß falsch gemacht?" Da musste ich oft an dich denken Caudi: "Du hast immer gesagt, verhätschle mir das Kind nicht. Das ist nicht gut." Aber das ist so leicht gesagt. Die nächste Frage war: "Ist Sie vielleicht doch noch zu klein?" Es war furchtbar und der Frust war riesengroß. Dann der Gedanke immer: "Die Zeit ist so kurz und kostbar die kann man doch nicht mit Schreien verbringen." Wieder wurden wir beruhigt und DeeDee erzählte mir von einem Kind das 2 Wochen nur geschrieen hat und in der dritten Woche war der Schalter umgelegt und es war das freudigste Kind im Wasser. Aber wir haben doch nur 2 Wochen und keine 3. Das sollte wohl beruhigend sein, war es leider in diesem Moment rein gar nicht.

Es wurde nach der Therapie mit allen beratschlagt, was zu tun ist. Jodi hatte des nachts sich im Internet schlau gemacht, was bei Verlustängsten zu tun ist. Mein Vorschlag war, das ich einen Tag bei Melina mit auf Dock darf, was eigentlich untersagt ist und wir dann eine langsame Abnabelung vornehmen. Es wurde mit DeeDee der Programmdirektorin besprochen, die mit einigen Vorbehalten einwilligte. Das werden wir nun Morgen versuchen. Zu Hause versuchen wir mit einem Wecker zu trainieren. Melina muss 5 Minuten alleine spielen und wenn der Wecker klingelt kommt die Mama. Das geht ganz gut. Auf dem Dock haben sie auch einen Wecker, der allerdings auf 40 Minuten steht, was natürlich eine lange Zeit ist. Jetzt ist schon Mittwoch und die Zeit rennt. Naja, vielleicht hat man doch zuviel erwartet und die Zeit ist einfach noch nicht reif. Die Verzweiflung ist groß.


Hallo Diana hier noch die Adresse für Euch:

Kawama Yacht Club
Family Penabad's\at time Rosenthal
Appt. KT503
1540 Ocean Bay Drive
Key Largo
FL 33037
U.S.A.



Donnerstag den 21. April 2005

Heute fuhren wir mit großen Erwartungen zur Therapie, denn heute durfte ja die Mama mit aufs Dock. Allerdings war mir klar, dass es nur funktionieren würde, wenn sie auf meinem Schoss sitzt und nicht wenn ich nur dabei sitze. Aber ein Versuch war es auf jeden Fall wert. Schon beim Umziehen kamen die ersten Tränen, selbst als ich mit Ihr zum Singkreis ging und Melina auf meinem Schoss saß, weinte sie bitterlich. Wir haben auf sie eingeredet aber immer kam ein lautes "JAAAA" (die Mama ist bei dir) doch beruhigt hat es sie nicht. Als ich sie in die Hände von Jodi gegeben hatte, war es ganz vorbei. Ich saß zwar daneben, aber sie bekam einen ihrer Würgeanfälle. Ich beschloss sofort zu gehen. Dann wurde es besser. Es gab immer lichte Momente aber geweint hat sie wieder 40 Minuten. Tun wir dem Kind da etwas schlimmes an, was doch nur sein Bestes sein soll? Wir wissen es nicht. Von den Trainern werden wir bestärkt das es richtig ist. Es geht ihr nicht schlecht, sie mag Wasser, sie mag Jodi und vor dem Delfin hat sie auch keine Angst. Dieses verwöhnte Wesen bekommt einfach nicht seinen Willen. Nach der Therapie wird uns immer klar gemacht das sie eigentlich gut mitarbeitet wenn auch unter Protest. Wir werden mit deutscher Lektüre versorgt "Jedes Kind kann Regeln lernen." Ich glaube soviel wie in dieser Woche habe ich noch nie an Erziehungsratgebern und Informationen gelesen. Etwas motivierter ziehen wir von dannen. Am Nachmittag haben wir einen wunderschönen Tag mit Melina im Schwimmbad. Sie ist so ausgelassen wie lange nicht mehr und hat so einen Spaß im Wasser. Obwohl wir keinen Schwimmring benutzen dürfen (weil man den aufpusten muss, ist er nicht erlaubt in Amerika, genau wie Schwimmflügel. Dafür haben die Kinder hier gar nichts an und ertrinken lieber! Das muss man nicht verstehen oder?) paddelt sie auf meinem Arm wie eine Wilde. Könnte das doch morgens so sein! Na ja eine Woche haben wir ja noch.



Freitag den 22. April 2005

Der letzte Therapietag in dieser Woche. Wir geben sie wieder in die Obhut von Jodi und Katherina. Heute ist es viel besser. Sie weint zwar noch, aber lässt sich besser ablenken. Als sie auf dem Dock mit Farbe die Gesichter anmalen, ist es verdächtig ruhig. Selbst als sie im Wasser schwimmen muss, gibt es Momente wo sie es einfach genießt vom Delfin mit einem "Footpush" geschoben zu werden. Was ihr noch etwas zu schaffen macht ist die Sonne. Melina hasst es, wenn ihr die Sonne ins Gesicht scheint. Wir haben leider noch nicht den perfekten Hut für sie gefunden. Es scheint aufwärts zu gehen. Nach der Therapie haben wir noch Nachhilfestunden bei Gail, einer Physiotherapeutin bezüglich ihrem Körperverhalten und der weiteren Entwicklung. Und da sind sie wieder unsere Probleme. Sie sagt: "Ihr müsst üben üben üben das sie auf die Beine kommt. Erst langsam auf dem Boden, zeigt ihr wie man krabbelt. Baut ihre Muskeln auf durch Training und stellt sie so oft sie möchte hin. Sie braucht Aufrichtung und Spannung und Druck auf Armen Beinen und Füßen. Sie hat doch keine medizinischen Probleme in der Hüfte oder?“ fragt sie. "Nein" antworten wir. Tja der eine sagt hot der andere hüh, so ist das im Leben. Ganz klar wird einem nur wieder vor Augen geführt: Wir tun entschieden zu wenig als Eltern zu Hause mit ihr. Man kann viel mehr erreichen wenn man will. Gerade bei Melina, die alles versteht, aber einfach nicht genug gefordert wird und es sich recht bequem bei Mami und Papi macht. Langsam verstehe ich auch den Therapieerfolg hier. Erstens ist es die harte Arbeit die die Trainer jeden Tag vollbringen und man selber hat die Zeit die guten Ratschläge und Hinweise sofort auszuprobieren. Zu Hause bekommt man die gleichen Tipps (Es ist ja eigentlich nicht viel neues was sie uns hier sagen) aber hier hat man die Zeit sie sofort umzusetzen und nicht nur allein sondern zu zweit, das macht sehr viel aus. Wenn man das hier eingeübt hat und zu hause weiter macht bin ich sicher das man in einem halben Jahr erhebliche Erfolge sieht, die man den ganzen Umständen hier zu verdanken hat und nicht nur den Delfinen. Jetzt haben wir erst mal Wochenende und fahren nach Key West. Bis Montag.



Wochenende den 23. / 24. April 2005

Das Wochenende in Key West war super. Wir hatten ein schönes Hotel am Strand. Samstag haben wir eine Sightseeingtour gemacht und abends waren wir lecker Essen. Danach durften wir im Hotel etwas ganz besonderes erleben. Wir waren life bei einer Beach-Hochzeit dabei. Mit 50 Stühlen am Strand, einem Torbogen, einem Pfarrer, einer Harfenistin und 6 Brautjungfern. Ne Moni war das romantisch. Am nächsten Tag hatten wir wieder einen "Lucky Moment". Da saßen wir nun beim Frühstück unter Palmen mit allem was das Herz zu essen begehrt auf Stühlen mit ca. 20 Zentimeter dicker Auflage und schlürften unseren frisch gepressten Orangensaft bei Sonnenschein und Meeresrauschen. Einfach gigantisch. So nun war der Böse Onkel wieder da, weil sie jetzt die Computer runter fahren. Heute morgen waren sie ganz ausgefallen. So sorry. Morgen mehr. Es gibt doch noch soviel zu erzählen.



Montag den 25. April 2005

Frohen Mutes starteten wir wieder zur Therapie. Diese Woche haben wir erst um 11.30 Uhr Therapiebeginn. Da kann man sich morgens etwas mehr Zeit lassen. Alles ist wie immer. Melina fängt wie üblich bereits beim Umziehen an zu weinen und hält sich heute wieder dran. Melina hält sich tapfer, hört allerdings nur einmal auf zu weinen, als Kimbit sie an den Füßen durch das Wasser schiebt.

Am Nachmittag waren wir an einem kleinen schönen Strand, was Melina sehr gut gefallen hat. Und danach zu Hause geschahen die ersten kleinen Wunder. Unfassbar. Wir kamen nach Hause und ich schmiss Melina aus Spaß bis an die Decke, als sie wieder runterkommt stellt sie ihre Füße auf den Hüftgurt drückt die Beine durch und steht auf dem Gurt. Hat es noch nie gegeben. Naja, haben wir gedacht das ist ja nicht schlecht. Doch es kam noch besser. Danach setzten wir Melina ins Stühlchen wir immer. Doch plötzlich fing sie an sich so hoch zu drücken mit den Beinen das sie bald aus dem Stühlchen kippte. Ich nahm ihre Händchen ganz leicht und siehe da, sie hatte so eine Kraft, dass sie alleine auf dem Stühlchen stand. Unglaublich!! Ein kleines Wunder! Wir tanzten im Kreis und freuten uns riesig. Super stolz präsentierte sie ihr Kunststückchen dem Papa. Aber das war ja noch nicht alles. Es kam noch besser. Die vergangenen Nächte waren geprägt von mindestens 2-maligem Aufwachen, wovon wir sie einmal schreien ließen und einmal erbarmte sich meistens einer zu ihr ins Bett zu gehen. Am Dienstag morgen, ihrem Geburtstag, wachte ich alleine auf und schaute auf die Uhr. Ich traute meinen Augen nicht, die Uhr zeigte 7.00 Uhr an und die ganze Nacht hat die liebe Familie das erste Mal seit einem dreiviertel Jahr durchgeschlafen. Was ein gutes Gefühl. Ich liebe Delfine!!



Dienstag den 26. April 2005

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Melina hat Geburtstag und hat die Nacht alleine in ihrem Zimmer durchgeschlafen. Sie freut sich riesig, dass sie besungen wird und überall Girlanden und Luftballons für sie hängen. Am Tag vorher haben wir natürlich eine richtig bunte cremige amerikanische Geburtstagstorte für Melina gekauft. Als wir sie nun morgens anschneiden wollen, als sie die Kerzen ausgeblasen hat die singen können, fällt uns auf, dass es sich um eine Eistorte handelt! Also gab es Eis zum Frühstück. So richtig widerlich süßes leckeres Kalorieneis. Bei der Therapie angekommen ist Melina relativ still. Alle gratulieren ihr natürlich, was sie wohl ein bisschen ablenkt. Selbst im Singkreis ist sie gut gesinnt. Da dachten wir schon das nächste wunder wäre vollbracht. Doch irgendwann ist ja auch erst mal gut mit Wundern. Also fing sie erst im Wasser an zu schreien und das leider nicht gerade leise. Nach der Therapie gab es eine große Party mit allen Trainern und Kindern. Diesmal gab es eine richtig dicke Geburtstagstorte. Am Nachmittag sind wir mit Melina im Schwimmbad schwimmen gewesen.

Morgen ist schon Mittwoch und die Zeit vergeht viel zu schnell. Hier könnte man es monatelang aushalten.



Mittwoch den 27. April 2005

Heute ist ein besonderer Tag bei der Therapie für die Eltern. Die Eltern dürfen heute mit dem Delfin spielen, ihn streicheln und küssen. Das ist schon ein ganz mulmiges Gefühl, muss ich sagen, wenn man so hautnah mit dem Delfin in Berührung kommt. Das ist was ganz anderes, als davon immer 3 Meter entfernt zu stehen. Er ist irgendwie so mächtig und riesig. Dafür ganz weich anzufassen. Die Küsse sind ziemlich stürmisch, aber einzigartig. Leider konnte ich das tolle Gefühl mit dem Delfin eins zu werden nicht erleben. Davon haben wir so oft gesprochen, Moni. Vielleicht das nächste Mal. Wie gesagt, ich habe einen heiden Respekt vor diesen Tieren, denn es sind immer noch Raubtiere, die nicht immer so nett sind wie der Mensch denkt. Melina arbeitet trotz anhaltender Heulnummer immer super mit. Jeden Tag beschwören mich die Therapeuten, dass es schon von Tag zu Tag besser wird. Ich glaube das erst wenn sie einen Tag tränenfrei ist. Dieses Mal wird das sicher nicht der Fall sein denn es ist schon wieder Mittwoch. Am Nachmittag war großes BBQ bei Dolphin Cove mit allen Kindern, Eltern und Therapeuten einschließlich the Chef Dr. Dave. Das war wirklich klasse. Es waren bestimmt 16 Familien da, die wir mittlerweile fast alle kennen. Man unterhält sich nett und kennt fast von jedem Kind die tragische Geschichte. Es gab leckere gegrillte Sachen und die Kinder hatten viel Spaß mit Jack, der außerordentlich gut Gitarre spielt und super singen kann. Wieder ist ein schöner Tag zu Ende.



Donnerstag den 28. April 2005

Heute war ein sehr schöner Tag. Melina hat doch die ersten 20 Minuten tatsächlich nicht geweint. Sollte sie zwei Tage vor Ende der Therapie sich noch anders besinnen!

Sie arbeitet wirklich immer gut mit. Am meisten macht es ihr Spaß, wenn sie sich und andere anmalen darf. Letzte Woche hatten wir einmal ihre geliebte Stoffpuppe Susi mitgegeben. Sie sollte etwas ablenken und wurde natürlich auch bemalt. Davon, dass sie mit ins Wasser gehen sollte, davon war allerdings nicht die Rede. Zur Ablenkung sollte sie wohl mit und musste dafür zwei Beine lassen (die arme Oma muss nun zwei Beine wieder annähen). Na ja, wenn es hilft ist das okay. Diese Woche haben wir Melina zur seelischen Unterstützung ihre heißgeliebte neue Po von den Teletubbies (komplett aus Plüsch) mitgegeben. Ich dachte da werden sie ja wohl sehen, dass die nicht mit ins Wasser kann. Von wegen! Nach dem Schwimmen kommen zwei frisch gebadete Wesen aus dem Wasser. Die schrecken hier vor nichts zurück! Vor allem ist sie (PO) auch noch batteriebetrieben! Aber Gott sei Dank funktioniert sie noch. Sonst hätten wir ein Problem. Nachmittags war ich bei einem Workshop unter dem Motto "Wie hebe ich richtig". Das war sehr interessant. Natürlich weiß man, dass man nie mit dem Rücken tragen darf, sondern nur aus den Beinen. Aber es ist so ungewohnt, dass man das erst mal lange trainieren muss eh das in Fleisch und Blut übergeht. Gestern nachmittag war ich noch mit Melina im Pool und um 17.00 Uhr haben wir mit 4 anderen Familien auf dem Yachthafengelände gegrillt. Es ist wirklich alles da in der Anlage. 2 Swimmingpools, ein schöner Kinderspielplatz, Tennisplätze, ein See und eine Grillhütte. Wir hatten viel Spaß und vor allem kennt man nun endlich mal jemanden, mit dem man sich austauschen kann. Bald ist die schöne Zeit schon zu Ende. Die anderen Familien verabschieden sich schon bis zum nächsten Jahr. Das ist wie eine kleine Familie. Unglaublich! Viele kennen sich auch schon von den vergangenen Jahren.



Freitag den 29. April 2005

Heute heißt es Abschied nehmen von all den lieben Leuten hier und den Delfinen. Das letzte Mal hinzufahren ist schon komisch. Melina fing schon morgens an "Aufwidersehensküsschen" zu verteilen. Jetzt dachten wir, das letzte Mal könnte sie sich doch noch mal zusammenreißen. Aber nein, sie gab noch mal alles "schreitechnisch". Wenn ich sie immer mit dem Handtuch aus der Dusche hole, ist sie das liebste Kind auf Erden und lacht mit allen. Das kenne ich von ihr gar nicht diese langen Schreiattacken. Also nach ein paar Tagen hätte es sich eigentlich gelegt haben müssen. Aber da kommt wohl ihr wahnsinnig starker Wille durch. Das ist natürlich auch nicht verkehrt, schließlich hat dieser ihr ja auch verholfen, dass sie noch da ist. Nach dem Schwimmen gab es dann eine riesen Verabschiedung von allen. Von Jodi hat Melina noch einen aufblasbaren Delphin mit den Unterschriften von allen und guten Wünschen bekommen. Ich kann immer nur wieder sagen, was wir da für ein tolles Team angetroffen haben, mit Christina und Deedee, die Mütter der Kompanie. Elke, die es möglich gemacht hat, dass wir jedes noch so schwierige Wort verstanden haben und die mich mit netten Gesprächen über die ersten harten Tagen hinweggetröstet hat. Dann Jodi, die sich nachts im Internet weitere Informationen über Melina's Problematik besorgt hat und jeden Tag mit einem strahlendem Lächeln erschien, obwohl sie genau wusste, dass wieder ein schreiendes Kind auf sie wartet. Und nicht zuletzt Katherina der wir es zu verdanken haben, dass die Kommunikation zwischen Jodi und Melina perfekt geklappt hat, da sie die deutsche Übersetzerin für Melina war. Vielen vielen Dank ihr lieben Leute für die schöne Zeit! Dann möchte ich mich natürlich auch bei den fleißigen Lesern bedanken, die jeden Tag treu die Seiten gelesen haben und manchmal ganz schön frustriert waren, weil die alte Moni immer noch nichts geschrieben hatte. Ich hoffe, dass es euch genau soviel Spaß gemacht hat wie mir. Nun werden die Koffer gepackt und Samstag geht es nach Marco Island in den Urlaub. Viele liebe Grüße an alle. Bis nächste Woche in good old Germany.